19.12.2011

Begriffe im Bevölkerungsschutz

Medien-Tipp: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat ein Glossar mit einer Auswahl zentraler Begriffe im Bevölkerungsschutz herausgegeben. Dieses ist in der Veröffentlichungsreihe Praxis im Bevölkerungsschutz erschienen.

Das BBK-Glossar wurde unter Berücksichtigung einschlägiger Wörterbücher und Dienstvorschriften im Bereich Bevölkerungsschutz erstellt und liegt nun nach einem intensiven Abstimmungsprozess BBK-intern sowie zwischen Bund und Ländern vor.

Neben der Definition des Begriffes „Bevölkerungsschutz“ werden weitere wichtige Begriffe in diesem Glossar zusammengestellt und definiert, nebst weiterführenden Anmerkungen dazu. Das Hauptaugenmerk liegt auf Begriffen, die bei der Aufgabenerfüllung des Bundes im BBK verwendet werden. Es kann somit Begriffe darin geben, die in anderen fachlichen Zusammenhängen oder im allgemeinen Sprachgebrauch unterschiedlich verstanden werden. Hierauf wird ggf. hingewiesen.

Das vorliegende Glossar soll ein rasch verfügbares Nachschlagewerk sein und so als Grundlage und Arbeitshilfe für alle im Bevölkerungsschutz Tätigen dienen. Es erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern gibt den derzeitigen Sachstand von Diskussion und Analyse wieder und kann bei Änderung von Rahmenbedingungen und neuen Erkenntnissen jederzeit angepasst werden.

Als Einschränkung ist zu erwähnen, dass das Glossar keine hierarchische Systematik (Aufgliederung in Ober- und Unterbegriffe, vgl. Thesaurus [Wikipedia]) enthält, was u.U. insbesondere für wissenschaftliche Fragestellungen sehr nützlich sein kann.

Wie beim BBK üblich, kann das Glossar als Druckversion bestellt, oder online als pdf-Datei herunterrgeladen werden.

Quelle / weiterführende Informationen:
- Internet-Meldung des BBK vom 16.12.2011
- Das BBK-Glossar als pdf oder gedruckt bestellen

Verwandte Beiträge:
- Neuer Internet-Auftritt des BBK (15.05.2011)
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24.10.2011

Hygieneüberwachung auf Kreuzfahrtschiffen

B-Gefahren: In der aktuellen Ausgabe des Epidemiologischen Bulletins gibt das Robert Koch-Institut einen Überblick über die Kontrolle ansteckender Erkrankungen im internationalen Schiffsverkehr.

Ansteckende Erkrankungen an Bord von Kreuzfahrtschiffen sind gefürchtet. Sie können den Schiffsbetrieb empfindlich beeinträchtigen. Der Beitrag im Epidemiologischen Bulletin 42/2011 gibt einen Überblick über rechtliche Grundlagen und Strategien für die Sicherung der Hygiene und des Gesundheitsschutzes auf Kreuzfahrtschiffen und erläutert, wie die Einhaltung von Hygieneregeln im internationalen Schiffsverkehr überwacht wird.

Quellen / weiterführende Informationen:
- Epidemiologisches Bulletin 42/2011

Verwandte Beiträge:
- Begriffe aus der Infektionsepidemiologie (03.03.2011)
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21.10.2011

1. Deutsch-Tschechische Rettungsdienstakademie

Rettungsdienst: Am 18. und 19.11.2011 findet in Regensburg die 1. Deutsch-Tschechische Rettungsdienstakademie statt.

Die Akademie wird vom Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit dem Ministerium für Gesundheit der Tschechischen Republik, dem Bayerischen Staatsministerium des Innern sowie dem Sächsischen Staatsministerium des Innern veranstaltet und wird in der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg-Lappersdorf stattfinden.

Die Veranstaltung richtet sich an deutsche und tschechische Teilnehmer und soll einen bilateralen Erfahrungsaustausch über die rechtlichen, organisatorischen, technischen und finanziellen Voraussetzungen für eine effiziente grenzüberschreitende Hilfeleistung in Gang bringen. Derzeit verhandeln die Bundesrepublik Deutschland und die Tschechische Republik ein Rahmenabkommen zum grenzüberschreitenden Rettungsdienst.

Die Plätze sind kontigentiert, eine Anmeldung ist erforderlich.

Quellen / weiterführende Informationen:
Einladungs-Flyer (pdf, 3,6 MB)

16.09.2011

AKNZ-Jahresprogramm 2012 erschienen

Aus- und Fortbildung: Das Jahresprogramm der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) ist erschienen.

Auf über 300 Seiten stellt die Akademie ihre Veranstaltungen für 2012 vor. Wie auch die letzten Jahre werden auch wieder Kurs im blended-learning- bzw. Fernlehrgangsverfahren angeboten.

Quellen / weiterführende Informationen:
- AKNZ-Jahresprogramm 2012 (pdf, 4MB)

Verwandte Beiträge:
- Thomas Mitschke neuer Leiter der AKNZ (05.02.2011)
- Seminar Krankenhausalarmplanung in Leipzig (27.04.2011)
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19.08.2011

Warnung vor Terroranschlag mit Rizin in den USA

Terrorismus: Offizielle Stellen in den USA befürchten einen Terroranschlag mit dem extrem toxischen Pflanzengift Rizin. Der jemenitische Arm von Al-Qaida versuche demnach an Rizin zu kommen, um damit schutzige Bomben zu bestücken.

Samen der Rizinusstaude
(Quelle: Wikipedia)
Rizin wird aus den Samen der Rizinusstaude (Ricinus communis) gewonnen und hemmt die Proteinbiosynthese. Es ist ein Glykoprotein mit relativ geringer chemischer Stabilität, insbesondere bei Wärme und Trockenheit. Bereits die orale Aufnahme kleinster Mengen (entsprechend 2 -4 Samen) könnten beim Menschen tödlich sein. Noch gefährlicher ist das Gift, wenn es inhaliert oder direkt in die Blutbahn aufgenommen wird. An der Maus erhöht sich die Giftigkeit bei intravenöser Injektion um den Faktor 1000 im Vergleich zur oralen Aufnahme. Daher wird es den B- bzw. C-Waffen zugeordnet und unterliegt dem deutschen Kriegswaffenkontrollgesetz.

Beim Verschlucken der Substanz treten mit einer Verzögerung von Stunden bis Tagen treten in erster Linie gastro-intestinale Symptome auf (Erbrechen, Durchfall, evtl. auch blutig), gefolgt von Multiorganversagen, Hämolyse und Tod. Nach Inhalation kommt es dagegen zu Atemnot, Husten, Lungenödem und nachfolgendem Multiorganversagen.

Angeblich möchte sich A-Qaida die besonders hohe inhalative und parenterale (bei direkter Aufnahme in die Blutbahn) Toxizität zu nutze machen, und Rizin mittels Sprengladungen in umschlossenen Räumen ausbringen. Anschlagsziele sollen v.a. in den USA liegen.

Quellen / weiterführende Informationen:
- Artikel in der New York Times vom 12.08.2011 zum Thema (engl.)
- Wikipedia: Rizin
- Datenblatt des schweizerischen Bundesamt für Bevölkerungsschutz
- Bioterror-Informationen zu Rizin des CDC (engl.)
- Recognition, Management and Surveillance of Ricin-Associated Illness (webcast, ca. 45 min), CDC (engl.)
- ProMed mail vom 16.08.2011 (engl.)

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28.07.2011

EHEC-Ausbruch für beendet erklärt

B-Gefahren: Das Robert Koch-Institut hat in einer Pressemitteilung vom 26.07.2011 den EHEC/HUS O104:H4-Ausbruch für beendet erklärt.

In den letzten Wochen wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) nur noch vereinzelt Erkrankungen an EHEC/HUS übermittelt, die durch den Ausbruch bedingt waren. Der letzte Erkrankungsbeginn, der dem Ausbruch zuzuordnen ist, wurde für den 4.7.2011 übermittelt und liegt damit drei Wochen zurück. Nachdem dem RKI nun seit diesem Zeitpunkt kein neuer Erkrankungsfall bekannt geworden ist, der mit dem Ausbruch in Zusammenhang steht, betrachtet das RKI den Ausbruch als beendet.

Die drei Wochen berücksichtigen die Inkubationszeit, die Zeit für die Diagnosestellung sowie die Zeit für die Übermittlung eines Falls. „Damit ist der größte EHEC-Ausbruch in Deutschland beendet“, so Reinhard Burger, Präsident des RKI. „Meine Anerkennung gilt den vielen Beteiligten, die zur Aufklärung des Geschehens beigetragen und bei der Versorgung der Patienten so großartige Arbeit geleistet haben“.

Quellen / weiterführende Informationen:
- RKI-Presseerklärung vom 26.07.
- EHEC-Informationsseite des RKI

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24.07.2011

Doppelanschlag in Norwegen

Terrorismus: Die Terroranschläge um Oslo vom 22.07.2011, bei denen mindestens 76 Menschen den Tod fanden, wurden als Doppelanschlag ausgeführt. Dem Täter blieb für den zweiten Anschlag über eine Stunde Zeit, um beinahe 70 Menschen in einer Art Amoklauf zu erschießen.

Zunächst hatte der Attentäter Anders Breivik gegen 15:30 Uhr im Osloer Regierungsviertel offenbar selbst hergestellten Sprengstoff detonieren lassen. Hierbei entstand großer Sachschaden, in Relation zu der Sprengwirkung aber eine noch verhältnismäßig geringe Anzahl von 8 Todesopfern. Viele Menschen, die sonst in der Gegend arbeiten waren offenbar in Urlaub.

Etwa zwei Stunden später betrat der als rechtsextrem eingestufte Täter dann die Insel Utøya, auf der ein Jugendcamp der sozialdemokratischen Partei Norwegens im Gange war. Dort begann er einen beinahe 90 Minuten dauernden Amoklauf und tötete nach neuesten Erkenntnissen 68 Menschen, bevor er sich von einer Spezialeinheit der Polizei festnehmen ließ. Offenbar hatte der Attentäter auch Sprengstoff mit auf die Insel gebracht.

Damit handelt es sich aus taktischer Sicht um einen Mehrfachanschlag, wie er schon bei den Anschlägen auf den Nahverkehr in London und Madrid verübt wurde. In Oslo lag allerdings eine Latenz von ca. 1,5 Std. zwischen beiden Attentaten. Bei Mehrfachanschlägen machen sich die Täter einerseits die Überforderung der Einsatzkräfte durch mehrere nicht verbundene Einsatzorte zunutze. Gleichzeitig machen solche Mehrfachanschläge weiträumige Sicherheitsabsperrungen nötig, um nach weiteren Sprengsätzen zu suchen.

Zuletzt wurde Skandinavien im Dezember 2010 von einem Stufenanschlag in Stockholm heimgesucht, bei dem ein Täter zeitlich versetzt am gleichen Ort zwei Bomben zündete.

Die große Anzahl an Todesopfern bei dem Amoklauf auf der Insel erklärt sich u.a. aus folgenden taktischen Betrachtungen:
1. Die geographische Lage des Anschlagsorts: Eine Insel bietet naturgemäß wenig Raum zur Flucht, gleichzeitig war die anrückende Polizei nicht mit eigenen Mitteln in der Lage dorthin überzusetzen. In den Presseberichten ist auch keine relevante Beteiligung der organisierten Wasserrettung erwähnt. Möglicherweise hätte eine frühere Alarmierung entsprechender Wasser- oder Luftfahrzeuge das Intervall bis zum Eingreifen der Sicherheitskräfte verkürzen können. Eine isolierte geographische Lage muss folglich als Risikofaktor für einen Terrorakt gewertet werden.

2. Nach unbestätigten Presseberichten wurden die ersten Notrufe von der Insel mit Verweis auf die Vorgänge in Oslo abgewiesen, was zu einer verzögerten Alarmierung geführt haben könnte. Sollte sich dies als zutreffend erweisen, waren die Behörden wohl möglichen Zweitanschlägen gegenüber nicht sensibilisiert genug.

3. Die ersteintreffenden Polizeikräfte haben nicht sofort eingegriffen, sondern auf die Verstärkung aus Oslo in Form einer Spezialeinheit gewartet. Diese zögernde Haltung gibt dem Täter bei einer Amoklage Zeit, seine Tat ungestört fortzusetzen. Diese Erkenntnis hat bei der Polizei hierzulande zu einer Änderung der Einsatztaktik geführt: Statt auf Verstärkung zu warten haben die Beamten mehr und mehr die Order, so früh wie möglich einzugreifen, ohne zunächst auf Spezialkräfte zu warten.

Quellen / weiterführende Informationen:
- Chronologie des Doppelanschlags auf spiegel.de vom 24.07.2011

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Änderungsprotokoll:
26.07.2011
Anzahl der Todesopfer gemäß neueren Erkenntnissen aktualisiert. Weitere kleinere Details eingefügt