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02.07.2011

Seminar zum Schutz von Energieinfrastrukturen in Berlin

Aus- und Fortbildung: Am 29. und 30. September 2011 findet in Berlin ein Seminar zum Thema "Schutz nationaler kritischer Energieinfrastrukturen in Europa" statt. Veranstalter ist die Europäische Akademie für Steuern, Wirtschaft und Recht.

Eine große Herausforderung für nationale kritische Infrastrukturen ist, den Zusammenbruch der Energieinfrastruktur in Europa zu verhindern. Was sind die besten Strategien, um auf Zwischenfälle im Energiebereich bestmöglich vorbereitet zu sein? Wie kann man privat-öffentliche Partnerschaften etablieren, um kritische Energieinfrastrukturen zu schützen? Auch für Unternehmen ist es wichtig die uneingeschränkte Funktionalität ihrer Energieinfrastruktur zu garantieren.

Daher wurde dieses Seminar mit folgenden Themen konzipiert:
• Schutz kritischer Energieinfrastruktur auf europäischer Ebene
• Wie steuert man die Risiken von Naturkatastrophen?
• Bewältigung von Cyber-Bedrohung in Energie-Kontroll-Zentren
• Privat-Öffentliche Partnerschaften (PPP), um nicht-nukleare kritische Energieinfrastrukturen vor Sicherheitsrisiken zu schützen
• Aktuelle Herausforderungen für die Notfallplanung bei natürlicher oder menschlicher Bedrohung

Zusätzlich zu Präsentationen, Diskussionsrunden und Erfahrungsberichten ist das Seminar sehr praxisorientiert ausgerichtet mit Fallstudien, interaktiven Workshops und Praxisbeispielen.

Das Seminar richtet sich an Betreiber kritischer Energieinfrastrukturen aus dem öffentlichen und privaten Bereich, der öffentlichen Verwaltung auf nationaler, regionaler und städtischer Ebene, an Energieunternehmen und Agenturen, IKT, den Telekommunikations- und Transportsektor an der Schnittstelle zum Energiesektor und der Energieinfrastruktur. Des Weiteren sind Anbieter für technische Sicherheitsausstattung, Berater im Bereich Schutz kritischer Energieinfrastrukturen sowie, Krisenmanager und der Bereich Energie und öffentliche Sicherheit angesprochen.

Die Konferenzsprache ist Englisch. Die Teilnahmegebühren beginnen bei 1.177 €; Frühbucherrabatte gibt es bis zum 30. Juli.

Verwandte Artikel:
- Fachtagung zur Infektionsepidemiologie in Bielefeld, 12. - 16.09. (03.05.2011)
- Kritische Infrastruktur in Europa aus U.S.-Sicht (WikiLeaks) (12.12.2010)
- Alle Beiträge der Rubriken Aus- und Fortbildung und kritische Infrastruktur

Quellen / weiterführende Informationen:
- Link Pogrammbroschüre
- KatNet Mailingliste

05.06.2011

BSI-Newsletter 02/2011

Nachricht: Der Newsletter des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Ausgabe 2, ist erschienen.

Aktuelle Themen sind unter anderem:
- Cyber-Abwehrzentrum
- De-Mail-Gesetz in Kraft getreten
- Sichere Umgebung für das Internetsurfen
- Verschlüsselung: Gpg4win 2.1.0
- Cloud Computing
- Commerce
- Studienergebnisse zum Thema BioKeyS veröffentlicht
- Beweiswerterhaltung kryptographisch signierter Dokumente
- BSI-Standards zur sicheren Anbindung von lokalen Netzwerken an das Internet
- Webkurse zum IT-Grundschutz

Der Newsletter kann hier abgerufen werden:
www.bsi.bund.de/ContentBSI/Aktuelles/newsletter/nl02_2011.html

Verwandte Beiträge:
- Cyber-Abwehrstrategie für Deutschland (09.03.2011)
- Lagebericht zur IT-Sicherheit (29.12.2010)
- Alle Artikel der Rubrik Kritische Infrastruktur

30.04.2011

Forschungsförderung Lebensmittelsicherheit

Forschung: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat ein Förderprogramm zum Thema "Sicherung der Lebensmittel und Lebensmittel-warenketten" im Rahmen des Programms "Forschung für die zivile Sicherheit" bekannt gegeben.

Diese Bekanntmachung ist im Zusammenhang mit dem "Aktionsplan Verbraucherschutz in der Futtermittelkette" und den "Strategien der Lebensmittelsicherheit" des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, mit dem Masterplan "Güterverkehr und Logistik" der Bundesregierung und der "Nationalen Forschungsstrategie Bioökonomie 2030"des BMBF zu sehen.

Gefördert werden Verbundprojekte, die innovative Lösungen für die Sicherheit der Lebensmittel und Lebensmittelwarenketten erforschen und entwickeln, um damit den Schutz der Gesellschaft vor Bedrohungen, die durch Terrorismus, organisierte Kriminalität, Naturkatastrophen, technische Großunfälle u. a. ausgelöst werden, zu verbessern. Die Projekte müssen über den aktuellen Stand der Forschung hinausgehen. Ausgangspunkt soll eine existierende oder sich künftig abzeichnende Bedrohungslage unter Berücksichtigung der Ausfallrisiken und unter Einbeziehung möglicher Folgeeffekte sein, wie z. B. Versorgungsengpässe in Folge des Ausfalls von Produktionsprozessen oder die Ausbreitung von Krankheiten nach der Infektion der Bevölkerung mit einem Krankheitserreger.

Zu berücksichtigen sind bei den Projektvorschlägen die Aspekte der Prävention, Früherkennung, Reaktion und Schadensbegrenzung. In die Betrachtungen sollen Technologien und Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit von Lebensmitteln und ihrer Ausgangsstoffe ebenso einbezogen werden wie Konzepte zur Sicherung der Lebensmittelwarenkette von der Produktion bis hin zum Verbraucher.

Deadline: 30.06.2011 (ohne Gewähr)

Quellen / weiterführende Informationen:
- Bekanntmachung des BMBF vom 14.04.2011
- Forschung für die zivile Sicherheit

Verwandte Beiträge:
- Förderung für deutsch-israelische Forschungsprojekte (02.04.2011)
- Innovationspreis für Wasserrucksack PAUL (06.04.2011)
- Alle Artikel der Rubrik Forschung

27.04.2011

Seminar Krankenhausalarmplanung in Leipzig

Aus- und Fortbildung: Am 02. April fand in Ursberg ein Mensch bei einem Krankenhausbrand den Tod. Zur gleichen Zeit bildeten sich Katastrophenbeauftragte aus dem ganzen Bundesgebiet in Leipzig zu Fragen der Krankenhausalarmplanung fort, um sich gegen solche Szenarien zu wappnen.

Das Seminar mit dem Titel "Krankenhausalarmplanung - Schnelleinstieg" wurde von der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) organisiert, vertreten durch Dr. Heinrich Knoche (AKNZ) und Detlef Cwojdzinski (Senatsverwaltung Berlin). Veranstaltungsort war das alt-ehrwürdige Krankenhaus St. Georg in Leipzig. In eineinhalb Tagen wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Basics des Managements interner und externer Schadenslagen im Krankenhaus vertraut gemacht.

Highlights waren zum einen der Vortrag von Carsten Baeck zur systematischen Risikoanalyse in Krankenhäusern und zum anderen die Vorträge der Herren Cwojdzinski und Co. zum Thema Dekontamination am Krankenhaus. Etwas konkreter hätten die Seminarteile zu den internen Gefahrenlagen ausfallen können.

Im Rahmen des Seminars wurde auch bekannt gegeben, dass zur Jahresmitte der dritte Band des von Herrn Cwojdzinski herausgegebenen "Leitfaden Krankenhausalarmplanung" erscheinen wird. Er trägt den Titel "Training" und schließt eine Lücke im bisherigen Werk, in dem Fragen der Ausbildung und Beübung von Katastrophenplänen nur marginalen Raum einnehmen.

Verwandte Beiträge:
- AKNZ-Jahresprogramm 2011 erschienen (11.09.2010)
- Thomas Mitschke neuer Leiter der AKNZ (05.02.2011)
- Alle Artikel der Rubriken Aus- und Fortbildung und kritische Infrastruktur

15.04.2011

Fachtagungen zur IT-Sicherheit

Kritische Infrastruktur: Zwei Fachtagungen beschäftigen sich im Mai mit dem Thema Sicherheit in der Informationstechnologie (IT): Der IT-Grundschutztag in Sankt Augustin am 04.05. und der 12. Deutsche IT-Sicherheitskongress, der vom 10.-12. Mai in Bonn stattfindet.

Der IT-Grundschutztag zum Thema "Sensiblilisierung zur Informationssicherheit" wird vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie im Institutszentrum Schloss Birlinghoven, 53754 Sankt Augustin veranstaltet. Der Eintrittt ist frei, eine Anmeldung jedoch erforderlich.

Weitere Informationen: Programm / Anmeldung IT-Grundschutztag

"Sicher in die digitale Welt von morgen" so lautet der Titel des vom Bundesamt für sicherheit in der Informationstechnik veranstalteten 12. Deutschen IT-Sicherheitskongress. Dieser findet vom 10.-12. Mai in der Stadthalle Bad-Godesberg in Bonn statt. Die Teilnahmegebühren betragen 150 - 600 €.

Weitere Informationen: Programm / Anmeldung IT-SiKongress

Verwandte Beiträge:
- Cyber-Abwehrstrategie für Deutschland (09.03.2011)
- Lagebericht zur IT-Sicherheit (29.12.2010)
- Alle Beiträge der Rubrik kritische Infrastruktur

09.03.2011

Cyber-Abwehrstrategie für Deutschland

Kritische Infrastruktur: Am 23. Februar hat das Kabinett die neue Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland beschlossen. Ein wichtiger Baustein wird ein Nationales Cyber-Abwehrzentrum sein.

Ziel der Strategie ist, Cyber-Sicherheit in Deutschland auf einem hohen Niveau zu gewährleisten - ohne dabei die Chancen und den Nutzen des Cyber-Raums zu beeinträchtigen. Kernpunkte der neuen Strategie sind:

- der verstärkte Schutz Kritischer Infrastrukturen vor IT-Angriffen,
- der Schutz der IT-Systeme in Deutschland einschließlich einer Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger,
- der Aufbau eines Nationalen Cyber-Abwehrzentrums ab 01.April 2011 sowie die Einrichtung eines Nationalen Cyber-Sicherheitsrates.

Das Nationale Cyber-Abwehrzentrum wird unter der Federführung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) errichtet. Direkt beteiligt werden das Bundesamt für Verfassungsschutz, das Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Die Aufgabe des Cyber-Abwehrzentrums besteht darin, Informationen auszutauschen. Das Nationale Cyber-Abwehrzentrum ermöglicht es, schnell und abgestimmt alle Informationen zu Schwachstellen in IT-Produkten oder IT-Vorfällen zu vernetzen, diese zu analysieren und Empfehlungen zum Schutz der IT-Systeme zur Verfügung zu stellen bzw. auszusprechen.

Verwandte Artikel:
- Lagebericht zur IT-Sicherheit (29.12.2010)
- LÜKEX 2011 und 2013 (03.07.2010)
- Alle Beiträge der Rubrik Kritische Infrastruktur

Quellen / weitere Informationen:
- Pressemeldung des Innenministeriums vom 23.02.11
- Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland im Volltext (pdf, 2 MB)

23.02.2011

Versorgungssicherheit mit Blutprodukten

Kritische Infrastruktur: Bei ausgedehnten Ausbrüchen von Infektionskrankheiten oder Pandemien ist die Versorgung der Bevölkerung mit Blutprodukten gefährdet. Dieser Artikel gibt eine Übersicht über Maßnahmen zur Sicherstellung der Blutversorgung in der Pandemie-Situation.

Falls weite Teile der Bevölkerung erkranken kann eine Versorgung mit Blutprodukten im gewohnten Maße u.U. nicht aufrechterhalten werden da 1. potentielle Spender erkrankt sind oder 2. erkrankte Angehörige pflegen müssen oder 3. Angst vor Ansteckung im Rahmen der Blutspende haben oder 4. durch Erkrankung der Mitarbeiter der Blutversorgungsinfrastruktur (Ärzte, Punktionspersonal, Labor, Fahrer etc.) eine normale Bearbeitung und Auslieferung unmöglich wird.

Um diesem Risiko entgegen zu wirken gibt es eine ganze Reihe von Planungen für den Pandemiefall. In einem Votum des Arbeitskreises Blut des Bundesgesundheitsministerium sind 8 Maßnahmen beschlossen worden (Bundesgesundheitsblatt 2010), die da sind:

- Erstellung von Pandemieplänen in Blutspendeeinrichtungen und Einrichtungen der Krankenversorgung.
- Öffentlichkeitsarbeit zur erfolgreichen Rekrutierung von Blutspendern während der Pandemie.
- Organisatorische Maßnahmen der Blutspendeeinrichtungen zur Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit.
- Impfung des für die Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen unverzichtbaren Personals.
- Organisatorische und Hygiene-Maßnahmen zur Vermeidung der Weiterverbreitung von Infektionen bei den Spendeterminen.
- Information spendewilliger Personen über diese Hygiene-Maßnahmen zur Reduzierung der Angst vor Ansteckung bei einem Spendetermin.
- Organisatorische Maßnahmen für die Kooperation der Blutspendeeinrichtungen.
- Organisatorische Maßnahmen in den Einrichtungen der Krankenversorgung zur Verringerung des Verbrauchs von Blutkomponenten.

Letzteres beinhaltet u.a. die Information des Krankenhauspersonals, die Absetzung elektiver Operationen mit hoher Transfusionswahrscheinlichkeit und die strenge Indikationsstellung zur Transfusion. Für diese Maßnahmen sind die jeweiligen Transfusionsbeauftragten und -verantwortlichen zuständig.

Auch die Spendergewinnung soll erleichtert werden, indem die Auswahlkriterien für Spender in Bezug auf Alter, Gesundheitszustand und Hb-Konzentration angepasst werden (Blutspende-Pandemie-Verordnung).

Kommentar:
Das Bedauerliche an diesen Planungen ist die spezifische Ausrichtung auf eine Influenza-Pandemie. Insbesondere die Blutspende-Pandemie-Verordnung legt sogar den exakten Virussubtyp (A/H1N1) als Geltungskriterium fest. Doch was wenn plötzlich die aviäre Influenza (Vogelgrippe / H5N1) oder eine Freisetzung des Pockenvirus auftritt? Gibt es dann einen neuen, abweichenden Plan? Das schafft letztlich nur Unsicherheit. Angemessener wäre eine dem All-hazards-Ansatz [KatMedBevSchtz-Lexikon] entsprechende, allgemeinere Planung für B-Lagen gewesen, bei der nicht für jede Siutation das Rad neu erfunden werden muss.

Verwandte Artikel:
- RKI-Merkblatt Influenza überarbeitet (11.02.2011)
- Neuauflage Handbuch betriebliche Pandemieplanung (18.01.2011)
- Alle Artikel der Rubriken kritische Infrastruktur oder B-Gefahren

Quellen / weiterführende Literatur:
- Arbeitskreis Blut des Bundesministeriums für Gesundheit. Aufrechterhaltung der Blutversorgung bei einer Influenza-Pandemie. Bundesgesundheitsblatt 2010 (53) 84. Online erhältlich auf den Seiten des RKI.
- Blutsprende-Pandemie-Verordnung. Bundesgesetzblatt 2009 (80) 3946.
- Arbeitskreis Blut. Aufrechterhaltung der Versorgung mit Blutprodukten im Falle einer Influenza-Pandemie. Bundesgesundheitsblatt 2009 (52) 1210 - 1222. Online erhältlich auf den Seiten des RKI.
- Biscoping J. Strategien des Arbeitskreises Blut des Bundesministeriums für Gesundheit für Pandemien und Versorgungsengpässe mit Blutkonserven. Anästhesiologie & Intensivmedizin 2011 (52) 102 - 105.

03.02.2011

Analyse der Winter-Verkehrsprobleme

Kritische Infrastruktur: Bundesverkehrsminister Ramsauer legte Mitte Januar eine erste Analyse der Verkehrsbeeinträchtigungen durch die strengen winterlichen Verhältnisse im Dezember vor. In dem 26 Seiten starken Dokument geht er auf die Situation auf Straßen, Schienen, Schifffahrtswegen und im Luftverkehr ein und berichtet über bereits ergriffene und geplante Maßnahmen zur Verbesserung.

RamsauerEs gäbe keine Vollkasko gegen winterliche Verkehrsbehinderungen, das Wetter dürfe aber auch keine Ausrede für vermeidbare Verkehrsstörungen sein, so das Fazit von Ramsauer. Er berichtet über die wichtigsten Verkehrsstörungen und -behinderungen sowie über die Maßnahmen, die zur Vorsorge und zur Behebung akuter Störungen ergriffen worden sind. Der berechtigten Frage, wie es trotz dieser Maßnahmen zu den vielfältigen Behinderungen und Ausfällen kommen konnte, wird soweit nachgegangen, wie dies nach jetzigem Kenntnisstand möglich ist:

Straßenverkehr:
Die Streusalzbevorratung ist vielerorts noch zu knapp bemessen, Abhilfe soll durch zusätzliche Bereitstellung von Lagerkapazität oder Erweiterung und Sanierung schon bestehender Möglichkeiten. Die Möglichkeit einer Salzversorgung aus Südamerika wird aktuell geprüft um Lieferengpässen zu begegnen.
Durch die neu geregelte Winterreifenpflicht sollen Verkehrsbehinderungen vermieden werden. Dass diese bei LKWs nur für die Antriebsachse gilt wird damit begründet, dass LKW-Reifen einen höheren Naturkautschukanteil hätten und somit griffiger sind als PKW-Reifen [was viele LKWs aber nach wie vor nicht davon abgehalten hat sich quer zu stellen und ganze Autobahnabschnitte zu blockieren, Anm. d. Autors].

Eisenbahn:
Die Bahn konnte bei den winterlichen Verhältnissen ihren Service nur mit einer hohen Rate an Unpünktlichkeit erbringen [wobei die Zustände erheblich schlimmer waren als der Bericht suggeriert, da in diesem die Mittelwerte für den kompletten Dezember angegeben sind. Zu Spitzenzeiten waren offenbar nur 20% der Züge pünktlich. Anm. d. Autors]. Grund sind einerseits technische Mängel und fehlende Züge, andererseits auch ein deutlich erhöhtes Fahrgastaufkommen durch Behinderungen im Luft- und Straßenverkehr. Es besteht ein erheblicher Investitionsbedarf um die Situation zu verbessern, der wohl nicht kurzfristig ausgeglichen werden kann.
Besonderes Augenmerk wird auch auf die Berliner S-Bahn gelegt, die wegen technischer Mängel an ihren Zügen häufig nur einen Notfahrplan aufrechterhalten konnte.
Ein ganzes Paket an organisatorischen Maßnahmen zur Verbesserung wird vorgestellt.

Schiffsverkehr:
Durch Eisbildung war sowohl die See- als auch die Binnenschifffahrt behindert, jedoch nicht mehr als üblich. Dem wurde durch den verstärkten Einsatz von Eisbrechern begegnet.

Luftverkehr:
Im Luftverkehr kam es zu Verspätungen und Flugausfällen durch die Vereisung von Flugzeugen und Bewegungsflächen auf den Flughäfen, wobei zehn Tage der ersten Winterhälfte als besonders kritisch einzustufen sind. Die Flughäfen hatten sich jedoch gut auf die winterlichen Verhältnisse vorbereitet. In Einzelfällen kam es zu Nachschubschwierigkeiten bei Enteisungsmitteln, u.a. bedingt durch witterungsbedingte LKW-Fahrverbote, die jedoch dann vom Verkehrsministerium aufgehoben wurden. Die Flughäfen Frankfurt und München wurden durch Wetterberater des Deutschen Wetterdienstes vor Ort unterstützt.

Ähnliche Artikel:
- Wetteranfälligkeit der Bahn (15.01.2011)
- Informationen zur Vulkanaschewolke (21.04.2010)
- Alle Beiträge der Rubrik Kritische Infrastruktur

Quellen:
Bericht "Verkehr in Deutschland im Winter 2010/2011" des Bundesminsiteriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
BMVBS website
Pressemeldung des Bundestags
Hannoversche Allgemeine Zeitung
Foto: BMVBS/Fotograf: Frank Ossenbrink

15.01.2011

Wetteranfälligkeit der Bahn

Kritische Infrastruktur: Alle reden vom Wetter - wir nicht... So hat die Bahn in früheren Zeiten für ihren Service geworben. Die heutige Realität sieht anders aus: Ausfälle der Klimaanlagen im Sommer, gefrorene Weichen und Bremsen im Winter. Der Schienenverkehr hat sich im letzten Jahr wenig resilent gegenüber Wettereinflüssen gezeigt.

Diese Woche musste sich Bahnchef Rüdiger Grube vor der Verkehrsministerkonferenz erklären. Ein wichtiger Grund für das Winterchaos seien fehlende Ersatzzüge aufgrund verkürzter Wartungsintervalle der ICEs; es bestünde ein erheblicher Investitionsbedarf. Daneben spielten Mehrbuchungen von gestrandeten Fluggästen eine erhebliche Rolle. Grube konnte nicht versprechen, dass die Probleme bis zum kommenden Winter abgestellt sein werden.

Die Verkehrsminister forderten verstärkte Investitionen in Schienenwege und Züge. Als mögliche Quelle war die jährliche Dividende in Höhe von 500 Mio € im Gespräch, welche die Bahn an die Bundesrepublik abführen muss. Auch die Allianz pro Schiene forderte in 2011 eine Mehrinvestition von 1.000.000 ( 1 Mrd.) €.

Die Probleme bei der Bahn zeigen deutlich, dass eine intensive Sparpolitik zwecks Börsenreife, die häufig mit einer Reduktion sicherheitsrelevanter Redundanzen einhergehen, schlecht mit Robustheit gegenüber Störeinflüssen vereinbar sind. Gerade weil die Bahn ein Reserveverkehrsmittel bei Wetterbedingten Flugausfällen darstellt ist hier eine hohe Verlässlichkeit auch bei ungünstiger Witterung zu fordern.

Es bleibt zu hoffen, dass ähnliche Probleme in Zukunft nicht auch bei anderen Infrastruktureinrichtungen zu verzeichnen sind, die an der Schwelle zu Privatisierung stehen oder diese schon hinter sich haben (Strom-, Gas- und Wasserversorger, Post, Krankenhäuser etc.). Schließlich führen Ausfälle dieser Verrsorger nicht "nur" zu verärgerten Kunden sondern auch zu einem erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden.

Quellen:
- Pressemitteilung Allianz pro Schiene
- Die Zeit, Schlagwort Bahn
- Pressemeldung der Bahn vom 21.12.

29.12.2010

Lagebericht zur IT-Sicherheit

Kritische Infrastruktur: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat seinen Lagebericht zur IT-Sicherheit für das 3. Quartal 2010 herausgegeben. Führendes Thema ist der Trojaner "Stuxnet", da er eine ganz neue Art von Schadsoftware darstellt: Das Programm dient nicht dem Ausspähen von Daten, sondern der Manipulation von Industrieanlagen.

Das Nationale IT-Lagezentrum gibt in regelmäßigen Abständen Lageberichte zur Sicherheit in der Informationstechnilogie (IT) heraus. Im aktuellen Quartalsbericht wird die Gefährdungslage für die IT-Sicherheit als erhöht bewertet, was insbesondere durch Angriffe auf das mTAN-Verfahren beim Online-Banking und den Trojaner "Stuxnet" begründet wird.

"Stuxnet" wurde Mitte Juni bekannt. Er hatte Siemens-IT-Systeme in Industrieanlagen befallen (SCADA-Software WinCC von Siemens). Der Umfang des Trojaners sowie seine hochprofessionelle Programmierung deuteten darauf hin, dass er über längere Zeit von einer größeren Anzahl von Programmierern entworfen worden sein muss. Da die Schadkomponente des Programms nur unter ganz bestimmten Bedingungen aktiv wird, wurde vereinzelt der Verdacht geäußert, der Trojaner sei gezielt gegen die Iranische Atomanlage "Buschehr" gerichtet gewesen. Der Wurm sei auch in der Lage infizierte Anlagen verdeckt Fehlfunktionen auszulösen und so zu sabottieren.

Das BSI bewertet Stuxnet wie folgt:

"Stuxnet ist weniger als konkrete Schadsoftware alarmierend – wichtig ist vielmehr der nun vorliegende Nachweis über die Möglichkeit von Angriffen dieser Qualität. Es gibt demnach Täter, die weder Kosten noch Mühen scheuen, um wichtige Ziele mittels IT an-zugreifen und möglichst unbemerkt zu sabotieren. Bislang wurden Angriffe auf Kritische Infra-strukturen und ihre Prozesssteuerungssysteme wegen der vermeintlich geringen Wahrschein-lichkeit als „Restrisiko“ akzeptiert – nun gilt es, diese Risikobewertung neu vorzunehmen."


Der Lagebericht ist ansprechend und verständlich verfasst und umfasst Alles in Allem 20 Seiten. Einige Grafiken veranschaulichen den Text. Die Inhalte des Lageberichts (Volltext als pdf) im Einzelnen:

Die IT-Sicherheitslage im Überblick

Angriffe & Ereignisse
- Stuxnet - ein Warnsignal für die IT-Sicherheit
- Trojaner ZeuS stiehlt mobile TANs
- Voice-over-IP verstärkt im Visier von Angreifern
- Experiment beeinträchtigt Stabilität des globalen Internet

Bedrohungen & Gefahren
- Kritische Schwachstellen in Adobes PDF- und Flash Programmen
- Neuer Trojaner „Carberp“ späht Zugangsdaten aus
- Wie sicher sind Telefonate über GSM-Handys

Trends & Statistik
- Zugangsdaten sind weiterhin heiß begehrt
- Bösartige Datenströme vor allem aus Russland, Brasilien und Taiwan


Verzeichnis aller erschienenen Lageberichte des BSI

12.12.2010

Kritische Infrastruktur in Europa aus U.S.-Sicht (WikiLeaks)

Kritische Infrastruktur: Sie sind Terrorist und möchten die USA treffen ohne ins Land reisen zu müssen? Kein Problem: Bei WikiLeaks können Sie jetzt nachlesen wo im Ausland Sie zuschlagen müssen um die Vereinigten Staaten hart zu treffen. Ich habe auch mal reingelesen...

WikiLeaks ist ein Internetdienst der, je nach Sichtweise, zum organisierten Geheimnisverrat oder zur Erhöhung der Transparenz in der internationalen Politik beiträgt. Aktuell im Angebot sind geheime Dokumente des US-Außenministeriums. Mindestens eines davon ist aus deutscher Bevölkerungsschutz-Sicht von Interesse:

Das Pamphlet mit der Kennung 09STATE15113 [WikiLeaks] vom Februar 2009 enthält eine Liste mit für die USA kritischer Infrastruktur im Ausland. Diese Auslandsressourcen sollten in den amerikanischen National Infrastructure Protection Plan eingehen, welcher zum Schutz solcher Einrichtungen beitragen soll, welche bei Zerstörung zu gravierenden Einschnitten in der US-amerikanischen inneren Sicherheit, der Wirtschaftsleistung und/oder des Gesundheitssektors führen würden.

Aus deutscher Sicht handelt es sich bei diesen Einrichtungen wohl um besonders durch terroristische Angriffe bedrohte Ziele, die in der Notfallplanung besonderes Augenmerk verdienen. Daher möchte ich eine Liste der in o.g. Dokument erwähnten Schlüsseleinrichtungen im deutschsprachigen Raum anfügen. Einer Wertung der Arbeit von WikiLeaks möchte ich mich dabei ausdrücklich enthalten.

Auszüge aus dem WikiLeaks-Dokument 09STATE15113 (Ausführungen in eckigen Klammern sind eigene Anmerkungen; einzelne Orts- und Firmennamen wurden von mir in Bezug auf die Rechtschreibung korrigiert):

Deutschland:


  • TAT-14 undersea cable landing, Norden, Germany [Deutscher Anlandepunkt für das transatlantische Daten-Seekabelsystem TAT-14, Wikipedia, Grafik auf www.tat-14.com].

  • Atlantic Crossing-1 (AC-1) undersea cable landing Sylt, Germany [weiteres transatlantisches Unterseekabel, welches u.a. in Westerland auf Sylt anlandet, Wikipedia].

  • BASF Ludwigshafen: World's largest integrated chemical complex.

  • Siemens Erlangen: Essentially irreplaceable production of key chemicals.
    Siemens, GE, Hydroelectric Dam Turbines and Generators.

  • Draeger Safety AG & Co., Luebeck, Germany: Critical to gas detection capability.

  • Junghans Feinwerktechnik Schramberg, Germany: Critical to the production of mortars [=Mörser].

  • TDW - Gesellschaft für verteidigungstechnische Wirksysteme, Schrobenhausen, Germany: Critical to the production of the Patriot Advanced Capability Lethality Enhancement Assembly.

  • Siemens, Large Electric Power Transformers 230 - 500 kV Siemens, GE Electrical Power Generators and Components.

  • Druzhba Oil Pipeline [Erdölleitung "Druschba" oder "Freundschaft", die in zwei Strängen durch Süd- bzw. Ostdeutschland läuft, Wikipedia].

  • Sanofi Aventis Frankfurt am Main, Germany: Lantus Injection (insulin).

  • Heyl Chemisch-pharmazeutische Fabrik GmbH: Radiogardase (Prussian blue) [Unlösliches Berliner Blau, bindet radioaktives Cäsium im menschlichen Verdauungstrakt, siehe http://www.gifte.de/Antidote/radiogardase.htm].

  • Hameln Pharmaceuticals, Hameln, Germany: Pentetate Calcium Trisodium (Ca DTPA) and Pentetate Zinc Trisodium (Zn DTPA) for contamination with plutonium, americium, and curium.

  • IDT Biologika GmbH, Dessau-Rosslau, Germany: BN Small Pox Vaccine [Pocken-Impfstoff].

  • Biotest AG, Dreieich, Germany: Supplier for TANGO (impacts automated blood typing ability).

  • CSL Behring GmbH, Marburg, Germany: Antihemophilic factor/von Willebrand factor [Hersteller von Gerinnungsfaktoren].

  • Novartis Vaccines and Diagnostics GmbH, Marburg, Germany: Rabies virus vaccine [Impfstoff gegen Tollwut].

  • Vetter Pharma Fertigung GmbH & Co KG, Ravensburg, Germany (filling): Rho(D) IGIV [Immunglobuline].

  • Port of Hamburg [Hamburger Hafen].


Österreich:


  • Baxter AG, Vienna, Austria: Immune Globulin Intravenous (IGIV).

  • Octapharma Pharmazeutika, Vienna, Austria: Immune Globulin Intravenous (IGIV).


Schweiz:


  • Hoffman-LaRoche, Inc. Basel, Switzerland: Tamiflu (oseltamivir) [Influenza-Medikament].

  • Berna Biotech, Berne, Switzerland: Typhoid vaccine [Typhus-Impfstoff].

  • CSL Behring AG, Berne, Switzerland: Immune Globulin Intravenous (IGIV).

15.11.2010

Fachtagung zu Kritischer Infrastruktur in München

Aus- und Fortbildung: Kritische Infrastrukturen - ein Thema dessen Bedeutung für den Bevölkerungsschutz oft unterschätzt wird. Denn wenn im Einsatzfall der Strom für längere Zeit ausfällt, ist eine EDV-gestützte Abwicklung oder dringend notwendiger Funkverkehr nicht möglich. Grund genug für die Bereitschaft München des BRK sich des Themas "Kritische Infrastrukturen" im Rahmen der jährlichen Fachtagung "Führen von Einsatzkräften" am 13. November anzunehmen.

Hochkarätige Dozenten aus dem Staatsministerium des Inneren, des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, des Münchner Referats für Gesundheit und Umwelt und der Stadtwerke München haben heute über ihre Vorbereitungen und Erfahrungen aus Übungen und Einsätzen zu diesen Themen referiert. Auch konkrete Beispiele waren mit Vorträgen über die Evakuierung der neurologischen Klinik Bad Neustadt und die Lovaparade in Duisburg vertreten.

Alle Referenten stellten die besondere Wichtigkeit einer umfassenden Vorbereitung für auf ersten Blick unrealistische Szenarien und die damit Verbundene Koordination zwischen den einzelnen Behörden, Referaten und beteiligten privaten Unternehmen heraus. Im Form der zweijährigen länderübergreifenden Übung LÜKEX [Lexikon] des Bundesamtes für Bevölkerungsschutzes und Katastrophenhilfe wird dies bereits seit Jahren bundesweit beübt.

"Wir konnten heute erneut zeigen, dass die Vorbereitung auf den Katastrophenfall wichtig und notwendig ist und ständig erneuert werden muss", so Volker Ruland, der Tagungsleiter des Münchner Roten Kreuzes. Die Hilfsorganisationen leisten dazu auch in Form der jährlichen Fachtagung "Führen von Einsatzkräften" einen wichtigen Beitrag. Denn durch den regen fachlichen Austausch entstehen auch die notwendigen Netzwerke für den Einsatzfall. In der Industrieausstellung können sich die Besucher darüberhinaus über den neusten technischen Stand der Anbieter informieren.

Die Münchner Fachtagung "Führen von Einsatzkräften" findet jährlich im November statt und richtet sich an Führungskräfte aus allen Organisationen und Behörden in Bayern. Jedes Jahr wird ein Thema von Dozenten aus dem gesamten Bundesgebiet und mitunter aus dem benachbarten Ausland kritisch und detailliert beleuchtet.

Quelle: BRK

20.07.2010

Vorsorge vor Stromausfall

Notfallvorsorge: Die Elektrizitätsversorgung gehört zu den wichtigsten Elementen der kritischen Infrastruktur. Ein geordnetes Leben ist in unserer Zivilisation ohne Strom nicht mehr denkbar. Doch was tun wenn der Strom mal längere Zeit weg bleibt? Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt hierfür Ratschläge für Krisenmanager und die Allgemeinbevölkerung.

Elektrische Energie lässt sich schlecht in größerer Menge speichern. Dies ist ein Grund für die Instabilität elektrischer Versorgungsnetze. Jüngstes Beispiel sind die Stromausfälle in New York, mit ausgelöst durch die auf Hochtouren laufenden Klimaanlagen. Auch bei uns gab es schon Meldungen, dass im derzeitigen trockenen und heißen Sommer das Kühlwasser für diverse Kraftwerke knapp zu werden drohe.

Auf Stromausfälle kann und sollte man sich vorbereiten. Tipps hierfür finden sich in Broschüren des BBK.

Für die Bevölkerung: Faltblatt Stromausfall, Broschüre Für den Notfall vorgesorgt

Krisenmanager finden weitergehende Informationen in einem neu herausgegebenen Krisenhandbuch Stromausfall, welches kostenfrei zum download verfügbar ist. Eine Einführung zum Thema finden Sie hier.

Mehr dazu im KatMedBevSchtz-Blog: Störungsanfälligkeit gegenseitig abhängiger Infrastrukturnetze (Forschung)

03.07.2010

LÜKEX 2011 und 2013

Nachricht: Während die Auswertung der letzten LÜKEX-Übung noch andauern lufen bereits die Planungen für die Übungen im Jahr 2011 und 2013. Demnach stehen hierfür wieder Terroranschläge auf der Agenda: 2011 geht es um IT-Sicherheit, 2013 um bioterroristische Anschläge auf die Lebensmittelversorgung.

Laut Behördenspiegel vom Mai sollen die Themen wie folgt gestaltet werden:

2011: Eine Kombination von zielgerichteten Angriffen (z.B. Hacktivismus, Cyber-Terror, staatlich unterstützte Angriffe) unter gleichzeitiger Ausnutzung von IT-Schwachstellen (klassische IT-Probleme sowie technischem Versagen/Ausfällen/menschliche Fehlhandlungen) und von möglichen gesamtstaatlichen/gesamtgesellschaftlichen Folgewirkungen (KRITIS, Wirtschaft).

2013: Szenarien zur Prävention der Lebensmittelkette vor bioterroristischen Angriffen (Einbringung von toxischen Stoffen oder Mikroorganismen in Futter oder Lebensmittel, z.B. mit der Gefahr der Infektion durch Erreger übertragbarer Krankheiten wie TBC).

Siehe auch den KatMedBevSchtz-Lexikon-Beitrag zum Thema LÜKEX.

Quelle: Behörden-Spiegel

25.04.2010

Störungsanfälligkeit gegenseitig abhängiger Infrastrukturnetzwerke

Forschung: Unser gesellschaftliches System ist abhängig vom Funktionieren einer Vielzahl von Netzwerken. Einige dieser Netze befinden sich in einer gegenseitigen Abhängigkeit, was ihre Anfälligkeit für Störungen erhöht. Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist der landesweite Stromausfall in Italien im September 2003. Die Zeitschrift Nature hat sich jüngst in zwei Artikeln mit der Versagenswahrscheinlichkeit solcher abhängiger Netzwerke beschäftigt [Nature 2010 (464) 984 f. und 1025 ff.].

Einrichtungen der kritischen Infrastruktur sind häufig in ihrer Funktion gegenseitig abhängig. Ausfall von Teilen eines Netzwerks führt so auch zu Ausfällen im anderen Netzwerk und umgekehrt. Beispiele hierfür sind die Notwendigkeit des Transports von Menschen, Materialien oder Energie von einem Netzwerk in das andere (etwa Störung der Arbeitswelt bei Ausfällen der U-Bahn in Großstädten), der Austausch von Informationen zwischen Netzwerken (Telefonie über das Internet) oder geographische Abhängigkeiten bei räumlicher Nähe von Knotenpunkten verschiedener Netzwerke.

Am 28. September 2003 etwa führte der Ausfall einer Trafostation in Italien zu lokalen Ausfällen der Internetverbindung. Da das Stromnetz in Italien über das Interent gesteuert wird führte dessen Ausfall zu weiteren Abschaltungen im Stromnetz und leitete eine Kasakde ein welche letztlich zu einem Stromausfall in fast ganz Italien führte.

In der Wissenschaftszeitschrift Nature haben Autoren jetzt ein mathematisches Model zur Simulation von Störungen in gegenseitig abhängigen Netzwerken entwickelt (Nature 2010 (464) 1025-1028) und diskutiert (Nature 2010 (464) 984-985). Hierbei hat sich gezeigt, das in abhängigen Netzwerken bereits weniger Knotenpunktausfälle zu einem Kollaps des gesamten Netzwerks führen als bei funktionell isolierten Netzwerken.

21.04.2010

Mehr Informationen zur Vulkanaschewolke

Nachricht: Das deutsche Notfallvorsorge-Informationssystem (deNIS) stellt weitere Informationen zur Aschewolke im deutschen Luftraum zur Verfügung. Während das Flugverbot bereits erste Auswirkungen auf die Industrieproduktion zeigt, scheint sich die Lage allmählich zu entspannen.

Verwiesen wird auf eine Seite des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) mit dem Titel "Aschewolke: Sicherheit steht an erster Stelle, Internationale Vorgaben werden befolgt - Noch keine Entwarnung für Luftverkehr", worin das Ministerium Stellung zur Kritik der Luftfahrtindustrie an dem Flugverbot nimmt. Außerdem ist bei deNIS ein Themenspecial zur Beeinträchtigung des Luftverkehrs erstellt worden.

Mittlerweile beeinträchtigt der fehlende Teilenachschub die Industrieproduktion: BMW musste an mehreren Standorten die Produktion drosseln, da Elektronikteile fehlen [Antenne Bayern].

Außnahmen vom Flugverbot sind zwischenzeitlich für einzelne Ambulanzflüge gemacht worden. Dies berichtet das Protal rettungsdienst.de. Demnach wurden Flüge von Italien nach Norwegen (ohne Patient) und von dort aus in die USA durchgeführt.

Die Lage scheint sich insgesamt zu entspannen. Instrumentenflüge sind seit der Nacht bereits für norddeutsche Flughäfen zugelassen, und die Deutsche Flugsicherung geht davon aus im Laufe des heutigen Tages weitere Flughäfen frei geben zu können [DFS-homepage].