19.08.2011

Warnung vor Terroranschlag mit Rizin in den USA

Terrorismus: Offizielle Stellen in den USA befürchten einen Terroranschlag mit dem extrem toxischen Pflanzengift Rizin. Der jemenitische Arm von Al-Qaida versuche demnach an Rizin zu kommen, um damit schutzige Bomben zu bestücken.

Samen der Rizinusstaude
(Quelle: Wikipedia)
Rizin wird aus den Samen der Rizinusstaude (Ricinus communis) gewonnen und hemmt die Proteinbiosynthese. Es ist ein Glykoprotein mit relativ geringer chemischer Stabilität, insbesondere bei Wärme und Trockenheit. Bereits die orale Aufnahme kleinster Mengen (entsprechend 2 -4 Samen) könnten beim Menschen tödlich sein. Noch gefährlicher ist das Gift, wenn es inhaliert oder direkt in die Blutbahn aufgenommen wird. An der Maus erhöht sich die Giftigkeit bei intravenöser Injektion um den Faktor 1000 im Vergleich zur oralen Aufnahme. Daher wird es den B- bzw. C-Waffen zugeordnet und unterliegt dem deutschen Kriegswaffenkontrollgesetz.

Beim Verschlucken der Substanz treten mit einer Verzögerung von Stunden bis Tagen treten in erster Linie gastro-intestinale Symptome auf (Erbrechen, Durchfall, evtl. auch blutig), gefolgt von Multiorganversagen, Hämolyse und Tod. Nach Inhalation kommt es dagegen zu Atemnot, Husten, Lungenödem und nachfolgendem Multiorganversagen.

Angeblich möchte sich A-Qaida die besonders hohe inhalative und parenterale (bei direkter Aufnahme in die Blutbahn) Toxizität zu nutze machen, und Rizin mittels Sprengladungen in umschlossenen Räumen ausbringen. Anschlagsziele sollen v.a. in den USA liegen.

Quellen / weiterführende Informationen:
- Artikel in der New York Times vom 12.08.2011 zum Thema (engl.)
- Wikipedia: Rizin
- Datenblatt des schweizerischen Bundesamt für Bevölkerungsschutz
- Bioterror-Informationen zu Rizin des CDC (engl.)
- Recognition, Management and Surveillance of Ricin-Associated Illness (webcast, ca. 45 min), CDC (engl.)
- ProMed mail vom 16.08.2011 (engl.)

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