26.02.2011

Q-Fieber-Ausbruch in Hessen und NRW

B-Gefahren: In Hessen und Nordrhein-Westfalen sind etwa 40 Fälle von Q-Fieber aufgetreten. Ausgangspunkt für die bakterielle Infektion sind Schafherden, vornehmlich in den Gegenden von Arnsberg (Hochsauerlandkreis) und Waldeck-Frankenberg.

Q-Fieber wurd durch das gram-negative Bakterium Coxiella burnetii ausgelöst, welches in Paarhufern auftritt und durch direkten Kontakt, Staub oder Blutsauger auf den Menschen übertragen werden kann. Eine direkte Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist unwahrscheinlich.

Ca. 50 % aller Infektionen verlaufen asymptomatisch oder mit milden grippeähnlichen Symptomen und heilen spontan in 1 bis 2 Wochen aus. Die akute Infektion beginnt meist mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und ausgeprägten Stirnkopfschmerzen. Im weiteren Verlauf kann eine interstitielle Pneumonie oder eine Hepatitis auftreten. Bei Schwangeren kann es zu Aborten oder Frühgeburten kommen. Etwa 1 % der Erkrankungen verläuft chronisch. Die Infektion kann mit dem Antibiotikum Doxycylin oder weiteren Chemotherapeutika behandelt werden.

Zur Eindämmung des Ausbruchs ist eine Isolierung und Impfung der gefährdeten Schafherden vorgesehen, für den Impfstoff muss in Deutschland jedoch erst eine Notfall-Zulassung beantragt werden.

Der letzte größere Ausbruch mit ca. 330 Fällen fand 2005 in Jena statt.

Quellen / weitere Informationen:
- ProMed mail vom 23.02. und 25.02.11
- Merkblatt Q-Fieber des RKI

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