20.07.2010

Vorsorge vor Stromausfall

Notfallvorsorge: Die Elektrizitätsversorgung gehört zu den wichtigsten Elementen der kritischen Infrastruktur. Ein geordnetes Leben ist in unserer Zivilisation ohne Strom nicht mehr denkbar. Doch was tun wenn der Strom mal längere Zeit weg bleibt? Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt hierfür Ratschläge für Krisenmanager und die Allgemeinbevölkerung.

Elektrische Energie lässt sich schlecht in größerer Menge speichern. Dies ist ein Grund für die Instabilität elektrischer Versorgungsnetze. Jüngstes Beispiel sind die Stromausfälle in New York, mit ausgelöst durch die auf Hochtouren laufenden Klimaanlagen. Auch bei uns gab es schon Meldungen, dass im derzeitigen trockenen und heißen Sommer das Kühlwasser für diverse Kraftwerke knapp zu werden drohe.

Auf Stromausfälle kann und sollte man sich vorbereiten. Tipps hierfür finden sich in Broschüren des BBK.

Für die Bevölkerung: Faltblatt Stromausfall, Broschüre Für den Notfall vorgesorgt

Krisenmanager finden weitergehende Informationen in einem neu herausgegebenen Krisenhandbuch Stromausfall, welches kostenfrei zum download verfügbar ist. Eine Einführung zum Thema finden Sie hier.

Mehr dazu im KatMedBevSchtz-Blog: Störungsanfälligkeit gegenseitig abhängiger Infrastrukturnetze (Forschung)

06.07.2010

Sindbis-Virus in deutschen Mücken entdeckt

B-Gefahren: Mücken in Deutschland können das Sindbis-Virus übertragen. Im vergangenen Sommer wurde der Erreger erstmals in Mücken in Baden-Württemberg nachgewiesen, die ihn von Vögeln auf den Menschen übertragen können. Dort löst er grippeartige Beschwerden mit Hautausschlag und häufig lang anhaltenden Gelenkschmerzen aus. Eine spezifische Therapie gibt es nicht.

Die Erkrankung ist bereits seit längerem im skandinavischen Raum als Ockelbo-, Pogosta- oder Karelisches Fieber bekannt. Etwa alle sieben Jahre werden Ausbrüche dieser viralen Infektion beobachtet, und zwar vorwiegend von Ende Juli bis Anfang Oktober. Etwa 2 % aller Finnen tragen Antikörper gegen das Virus. Todesfälle waren aufgrund dieser Infektion bisher nicht zu verzeichnen. In Deutschland wurde bisher keine Infektion beim Menschen laborchemisch nachgewiesen.

Die Verbreitung des Sindbis-Virus erfolgt vermutlich überwiegend über Zugvögel. Mücken sorgen dann für eine Übertragung von Vogel zu Vogel und auch auf den Menschen. Das Virus kann von einer Reihe von Mückenarten übertragen werden, in Deutschland wurde es in Culex und Anopheles Mücken detektiert.

Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts ist es möglich, dass die Viren bereits seit Jahren in Deutschland zirkulieren, Infektionen aber aufgrund des unspezifischen Krankheitsbilds bisher nicht als solche aufgefallen sind. Da keine kausale Therapie möglich ist besteht die Behandlung vorwiegend in der Gabe von Schmerzmitteln. Es wird die Durchführung von allgemeinen Abwehrmaßnahmen gegen Mücken empfohlen: Schutz vor Stichen sowie die Reduktion von möglichen Brutstätten von Mücken (offene Wasseransammlungen wie Regentonnen, Pfützen in Dachrinnen etc.) im Bereich von Wohnstätten.

Quelle: Epidemiologisches Bulletin

03.07.2010

LÜKEX 2011 und 2013

Nachricht: Während die Auswertung der letzten LÜKEX-Übung noch andauern lufen bereits die Planungen für die Übungen im Jahr 2011 und 2013. Demnach stehen hierfür wieder Terroranschläge auf der Agenda: 2011 geht es um IT-Sicherheit, 2013 um bioterroristische Anschläge auf die Lebensmittelversorgung.

Laut Behördenspiegel vom Mai sollen die Themen wie folgt gestaltet werden:

2011: Eine Kombination von zielgerichteten Angriffen (z.B. Hacktivismus, Cyber-Terror, staatlich unterstützte Angriffe) unter gleichzeitiger Ausnutzung von IT-Schwachstellen (klassische IT-Probleme sowie technischem Versagen/Ausfällen/menschliche Fehlhandlungen) und von möglichen gesamtstaatlichen/gesamtgesellschaftlichen Folgewirkungen (KRITIS, Wirtschaft).

2013: Szenarien zur Prävention der Lebensmittelkette vor bioterroristischen Angriffen (Einbringung von toxischen Stoffen oder Mikroorganismen in Futter oder Lebensmittel, z.B. mit der Gefahr der Infektion durch Erreger übertragbarer Krankheiten wie TBC).

Siehe auch den KatMedBevSchtz-Lexikon-Beitrag zum Thema LÜKEX.

Quelle: Behörden-Spiegel

30.06.2010

deNIS-Themenspecial Sommergefahren

deNIS: Im deutschen Notfallvorsorge-Informationssystem (deNIS) steht ab sofort ein Themenspecial zu Sommergefahren zur Verfügung. Angeboten werden gefahrenrelevante Links zu Schlagwörtern wie Sommergewitter, Sonnenstrahlung, Reisen und Auto, Lebensmittelinfektionen sowie Gefahren beim Baden und Grillen.

Außerdem verweist deNIS auf den Waldbrandrisikoindex des Deutschen Wetterdienstes (siehe auch KatMedBevSchtz-Blog-Beitrag zur Waldbrandgefahr).

Das Themenspecial Sommergefahren finden Sie auf der deNIS-Homepage:
[Themenspecial Sommergefahren]
[deNIS Startseite]

26.06.2010

Vortrag Einsatztaktik bei MANV

MANV: Am 16.06. fand in den Räumen des BRK Schwandorf eine Notarztfortbildung zum Thema Massenanfall von Verletzten (MANV) statt. Bei dieser Gelegenheit durfte ich einen Vortrag zur rettungsdienstlichen Einsatztaktik bei MANV halten. Diese Präsentation möchte ich in diesem Beitrag allen Interessierten zur Verfügung stellen.

Die Präsentation steht in verschiedenen Formaten zur Verfügung, sowohl als reine Audio-Datei als auch als Video mit dem kompletten Bildschirmmitschnitt:

Nur Audio (KatMedBevSchtz-Audio 2, 54:27 min):
[mp3-Datei, 49,8 MB]

Audio und Folien (52:44 min):
[mit Webplayer]
[ohne Player, Windows Media File, 25,0 MB]
Achtung! Mein web-host gibt dynamische Inhalte nicht zuverlässig wieder. Bei Problemen mit dem Abspielen der Präsentationsdatei bitte nochmal versuchen oder die Windows Media Datei auf den lokalen Computer herunterladen und von dort abspielen (funktioniert nicht mit der Webplayer-Ausgabe).

13.06.2010

Chemoprophylaxe dämmt Influenza-Ausbrüche ein

Forschung: In der Zeitschrift New England Journal of Medicine (NEJM) berichten Forscher aus Singapur von der erfolgreichen Eindämmung von H1N1-Influenza-Ausbrüchen in militärischen Einrichtungen durch gezielte Prophylaxe mit Olsetamivir.

Die Ausbreitungsrate von Influenza ist besonders hoch in halb-geschlossenen Gemeinschaften wie Schulen, Kindergärten, Gesundheitseinrichtungen und Kasernen der Streitkräfte. Die wohl effizienteste Vorbeugungsmaßnahme gegen die Grippe stellt zweifelsohne die Impfung dar. In Pandemiesituationen steht aber nicht immer rechtzeitig genügend Impfstoff zur Verfügung, so dass nach wirksamen Alternativen gesucht werden muss.

Eine Möglichkeit zur Prophylaxe stellt die Einnahme von Neuraminidasehemmern wie Olsetamivir [Wikipedia] dar. Neuraminidasehemmer werden auch zur Therapie der Influenza eingesetzt.

Wissenschaftler aus Singapur konnten nun zeigen, dass sich durch gezielte vorbeugende Behandlung die Ausbreitung des H1N1-Virus in Kasernen verhindern lässt (NEJM, 2010 (362), 2166-2174). Nachdem im Juni 2009 erste Fälle der Neuen Grippe in insgesamt 4 Militäreinrichtungen aufgetreten waren wurde das gesamte Personal der jeweiligen Einrichtungen mit Olsetamivir behandelt ("Ring-Prophylaxe"). Enge Kontaktpersonen wurde zusätzlich einer häuslichen Absonderung unterworfen. Das Medikament war bereits einige Jahre früher im Rahmen der Pandemie-Vorbereitung bevoratet worden.

Vor Beginn der Chemoprophylaxe waren insgesamt 75 Personen infiziert worden, danach nur noch 7. Dies zeigt, dass die geographisch gezielte Behandlung mit Neuraminidasehemmern gepaart mit weiteren seuchenhygienischen Maßnahmen Ausbrüche wirksam eindämmen kann.

10.06.2010

Übersicht Waldbrandgefahr

Naturkatastrophen: Kaum hält der Sommer Einzug steigt auch schon die Waldbrandgefahr. Eine grafische Übersicht über die aktuelle Situation und die Aussichten für die kommenden Tage bietet der Deutsche Wetterdienst auf seiner Homepage.

Die Warnlage wird auf einer Skala von 1 (sehr geringe Gefahr, in grün dargestellt) bis 5 (sehr hohe Gefahr, in lila) ausgegeben. Die Werte beruhen auf Berechnungen, die u.a. auf Lufttemperatur, die Luftfeuchte, Niederschlagsmengen, Windgeschwindigkeiten und ggf. Schneehöhen (M68-Modell) beruhen.

Über die Sommermonate werden wir die Warngrafik in der Seitenleiste des Blogs anzeigen.